Soziale Ungleichheit kann Wirtschaftskrisen auslösen
Das Risiko für Rezessionen wächst, je größer die Kluft zwischen Arm und Reich wird.
Eine kleine Gruppe von ausgesprochen wohlhabenden Haushalten, die deutlich mehr Einkommen erzielen als die Mehrheit der übrigen: Das ist nach Berechnungen eines Forscherteams der TU Berlin und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) eine gefährliche Mischung für die Gesellschaft, die schlagartig zu einer Wirtschaftskrise führen kann.
Die Erkenntnisse der Studie seien „relativ unerwartet“, da in der klassischen Ökonomie meist externe Faktoren als Auslöser für eine Rezession gesehen würden: Internationale Konflikte, höhere Zölle, Störungen von globalen Lieferketten – all das kann sich negativ auf Handel, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum auswirken.
Basis der Berechnungen ist ein mathematisches Modell, in dem das Spar und Konsumverhalten von sehr vielen Haushalten in einer Gesellschaft abgebildet wird. Dazu kommen drei dynamische Variablen: die Höhe des Einkommens, die Sparrate und die Schwankungen der Sparrate – weil Haushalte mal mehr, mal weniger Geld ausgeben oder zurücklegen. Dabei zeigt sich: Solange Einkommen und Sparrate der meisten Haushalte nahe beieinander liegen, bleibt die Wirtschaft stabil. Tut sich dagegen eine Lücke auf zwischen einigen wenigen Haushalten, die viel Kapital anhäufen, und einer Mehrzahl von anderen, die kaum Geld zum Sparen oder Konsumieren besitzen, kann das System abrupt kippen.
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