27.03.2026

Notfallversorgung in Deutschland verbessern

Viele Menschen in Deutschland landen unnötig in überlasteten Notaufnahmen, obwohl ihr Anliegen anders besser behandelt werden könnte. 

Ein bundesweites Projekt will die Notfallversorgung durch gezielte Steuerung effizienter und patientengerechter gestalten. In Deutschland führt ein Anruf bei der Notrufnummer 112 häufig zur Entsendung eines Rettungswagens – selbst wenn kein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt. Gleichzeitig suchen viele Patienten aus Unsicherheit direkt die Notaufnahme auf, obwohl ihr Anliegen besser durch einen Hausarzt, pflegerische Dienste oder andere Versorgungsangebote behandelt werden könnte. Diese Fehlsteuerung belastet das Gesundheitssystem, führt zu überfüllten Notaufnahmen und bindet Ressourcen, die an anderer Stelle dringend benötigt werden.

Das Projekt VERINET („Vernetzte und Integrierte Notfallversorgungs- und Einsatzsteuerung“) will hier Abhilfe schaffen. Mit einer Förderung von knapp 7 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses wird ein neues Modell erprobt: Speziell geschulte medizinische Fachkräfte in den Leitstellen nehmen eine qualifizierte Einschätzung der Situation vor und vermitteln Hilfesuchende gezielt an die passende Versorgungsstelle. Das können Hausärzte, Videosprechstunden, pflegerische Notdienste, Palliativversorgung oder – bei Bedarf – weiterhin die Notaufnahme sein.

Für Versicherte bedeutet das Vorhaben eine potenzielle Entlastung: Künftig könnten Wartezeiten in Notaufnahmen sinken und die Versorgung schneller und bedarfsgerechter erfolgen. Gleichzeitig könnte die gezielte Steuerung helfen, die Kosten im Gesundheitssystem zu senken – ein Aspekt, der auch für die Beitragsentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung relevant ist.