21.08.2026

Unternehmensschließungen auf Rekordhoch

Die Zahl der Unternehmensschließungen in Deutschland ist 2025 zum zweiten Mal in Folge deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind das Gastgewerbe, der Fahrzeugbau und Arztpraxen – oft ohne Insolvenz, aber mit gravierenden Folgen für den Standort.

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland fast 190.000 Unternehmen geschlossen – ein Anstieg von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nur jede achte Schließung ging auf eine Insolvenz zurück, zunehmend stellen auch Unternehmen mit guter Bonität freiwillig ihre Geschäftstätigkeit ein. Hauptgründe sind wirtschaftliche Schwierigkeiten, Fachkräftemangel, hohe Kosten und fehlende Unternehmensnachfolgen.

Nach Meinung des ZEW Mannheim hat sich der Anpassungsdruck auf die deutsche Wirtschaft weiter erhöht. Besonders problematisch sei die demografische Entwicklung: Immer mehr Unternehmen schließen, weil ihre Inhaber in den Ruhestand gehen und keine Nachfolge finden. 2025 hatten rund 29 Prozent der freiwillig geschlossenen Betriebe Inhaber im Alter von mindestens 65 Jahren – 2002 waren es noch 14 Prozent.

Für Verbraucher und Versicherungsnehmer bedeutet diese Entwicklung, dass das Angebot an lokalen Dienstleistungen und Handwerksbetrieben schrumpft. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Versicherungslösungen, die etwa die betriebliche Altersvorsorge oder die Absicherung von Fachkräften abdecken. Auch für Versicherer selbst könnte der Rückgang von Unternehmen in bestimmten Branchen Auswirkungen auf das Prämienaufkommen und die Risikostruktur haben.