05.09.2026

Tarifverträge verbessern Ausbildungsbedingungen

Azubis in tarifgebundenen Betrieben profitieren von höheren Vergütungen und zusätzlichen Leistungen. Eine aktuelle Studie des WSI zeigt die Vorteile auf.

In 20 großen Tarifbranchen liegt die durchschnittliche Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr bei 1.165 Euro – 441 Euro über der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung von 724 Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt die tarifliche Vergütung auf 1.255 Euro, im dritten auf 1.353 Euro und im vierten auf 1.454 Euro. Die gesetzliche Mindestvergütung bleibt mit 854, 977 und 1.014 Euro deutlich darunter.

Neben der Vergütung regeln Tarifverträge weitere Leistungen wie Lernmittelzuschüsse, Freistellungen vor Prüfungen, Mobilitätsbeihilfen oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld. In fast allen untersuchten Branchen sind solche Zahlungen für Azubis verbindlich vereinbart. Auch die Übernahme nach der Ausbildung ist in zwölf Branchen tariflich geregelt, wenn auch meist als „Soll-Regelung“ ohne individuellen Rechtsanspruch.

Für Versicherte und ihre Familien ist die Studie ein Hinweis darauf, dass tarifgebundene Ausbildungsbetriebe nicht nur höhere Vergütungen, sondern auch mehr Sicherheit und Planungssicherheit bieten. Dies kann die Attraktivität der dualen Ausbildung erhöhen und die finanzielle Absicherung während der Ausbildungszeit verbessern.