Erhöhung der Schwellenwerte in der Pflegeversicherung
Die geplante Anhebung der Zugangsvoraussetzungen für Pflegegrade wird voraussichtlich nur die Hälfte der erwarteten Einsparungen bringen.
Die Bundesregierung plant, die Schwellenwerte für die Pflegegrade anzuheben, um die Soziale Pflegeversicherung finanziell zu stabilisieren. Eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt jedoch, dass die Einsparungen statt der erwarteten vier Milliarden Euro jährlich nur bei etwa zwei Milliarden Euro liegen werden.
Die Studie betont, dass eine pauschale Anhebung der Schwellenwerte zwar kurzfristig Kosten spart, aber auch zu Einbußen bei der Versorgungssicherheit und -qualität führen kann. Statt einzelner Stellschrauben zu verändern, sollte das gesamte Begutachtungssystem evaluiert und reformiert werden. Zudem warnt das WIdO vor einem kurzfristigen Anstieg der Anträge auf Pflegestufung, um noch nach den alten Regeln bewertet zu werden. Dies könnte die Ausgaben kurzfristig sogar erhöhen und den Medizinischen Dienst zusätzlich belasten.
Für Versicherte bedeutet die Analyse, dass die geplante Reform möglicherweise nicht die erhoffte Entlastung der Pflegeversicherung bringt. Gleichzeitig unterstreicht sie die Bedeutung privater Pflegevorsorge, um im Ernstfall ausreichend abgesichert zu sein.


