07.11.2026

Verkehrsausschuss stimmt Führerscheinreform trotz Kritik zu

Der Verkehrsausschuss hat den Weg für eine Reform der Führerscheinausbildung freigemacht. Geplant sind unter anderem mehr digitale Theorieangebote, weniger Vorgaben für Sonderfahrten und eine begleitete Laienausbildung.

Vorgesehen ist unter anderem, bisherige Vorgaben für die Anzahl bestimmter Sonderfahrten abzuschaffen. Die theoretische Ausbildung soll stärker digital möglich sein. Außerdem sollen Fahrschülerinnen und Fahrschüler unter Anleitung nahestehender Personen, etwa ihrer Eltern, zusätzliche Fahrpraxis auf öffentlichen Straßen sammeln können. Eine Hospitationsfahrt mit einer Fahrlehrerin oder einem Fahrlehrer ist ebenfalls vorgesehen.

Befürworterinnen und Befürworter der Reform erwarten weniger Bürokratie und eine modernere Ausbildung. Die geplante begleitete Ausbildung sei in mehreren europäischen Ländern bereits verbreitet. Zudem sollen Fahrschulen bei räumlichen Vorgaben entlastet werden. Für Fahrprüferinnen und Fahrprüfer soll künftig keine Ingenieursausbildung mehr zwingend erforderlich sein.

Kritikerinnen und Kritiker bezweifeln, dass die Reform tatsächlich zu niedrigeren Gesamtkosten führt. Fahrschulen könnten wegfallende Sonderfahrten durch zusätzliche reguläre Fahrstunden ersetzen. Zudem bestehen Bedenken, dass Online-Theorieunterricht und Laienausbildung die Qualität und Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnten. Auch höhere Versicherungsbeiträge für Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter wurden als mögliche Folge genannt.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist entscheidend, ob die Gesamtkosten und die Ausbildungsqualität tatsächlich sinken beziehungsweise erhalten bleiben. Wer private Fahrten zur Vorbereitung nutzt, sollte außerdem klären, ob die betreffende Person das Fahrzeug versicherungstechnisch nutzen darf. Schäden und Haftungsfragen können je nach Kfz-Versicherungsvertrag unterschiedlich geregelt sein. Wir beraten Sie dazu gerne.